Ironman auf Hawaii: Jede Minute zählt

Es war eine grosse Herausforderung was unser Freund und Supporter Christian Fässler beim letzten Ironman geleistet hat:  Er meisterte 226 km verteilt auf drei Sportdisziplinen. Schwimmen, Rennrad und Laufen. Er hat sich eingesetzt diese Herausforderung für Greenhope als einen Act4Hope zu verwirklichen. Freunde und Verwandte haben ihm und damit Greenhope zum Ansporn für jede Minute unter 11 Stunden eine individuelle Spende zugesagt. Es entstand eine grosse Begeisterung für diese Idee und damit kamen viele  Unterstützer zusammen, sodass eine Spende von ca. 300.-  pro Minute generiert wurden. Aufgrund von dieser enormen Erwartung konnte er die Zeit nur unterbieten. Am Ende dieser anstrengenden Tortur – vor allem durch die extreme und ungewohnte Wetterlage auf Hawaii – konnte Christian die Zeit stark unter seinem gesetzen Ziel bewältigen. Genau 10h 02m 39s! Damit 57 Minuten unter seiner Vorstellung.

So ist es gelungen 16’580.- zu generieren. Dies wird von Greenhope im Juni 2017 genutzt um ein Event für Krebskranke Kinder zu veranstalten.

Vielen Dank an Christian und alle die an ihn geglaubt haben für diese tolle Idee und Leistung!

Im Weiteren findet ihr noch die Zusammenfassung von unserem Helden Christian:

Am 08. Oktober 2016 durfte ich am legendären Ironman Hawaii teilnehmen und nach etwas mehr als 10 Stunden Wettkampfzeit am Ali’i Drive von Kona über die berühmteste Ziellinie im Triathlon laufen! Dass das Ganze für mich zu einem absolut unvergesslichen Erlebnis wurde, hatte zwei Gründe:

  1. Konnte ich einen sportlich wirklich fabelhaften Tag einziehen, einen tollen Wettkampf zeigen und so sehr nahe an mein gefühltes Optimum kommen
  2. Konnte ich so einen namhaften Betrag zu Gunsten von Greenhope sammeln, da ich von vielen Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen insgesamt über CHF 300 in Aussicht gestellt erhalten hatte für jede Minute, die ich unter 11 Stunden bleiben würde

Aber alles schön der Reihe nach…

 

Um 03:30 meldete sich der Wecker um mich darauf aufmerksam zu machen, dass der grosse Tag nun da war – wobei ich eigentlich gar nicht geweckt werden musste, nachdem ich schon seit einiger Zeit wach war. Aber das ist nichts Besonderes, die letzte Nacht vor einem Ironman zeichnet sich in der Regel nicht durch übermässig viel Schlaf aus. Danach galt es, sich tip top einzucremen, so gut es geht zu frühstücken (für mich jeweils die zweite Hürde vor einem Ironman), alle notwendigen Utensilien zusammenzupacken und pünktlich um 04:30 bereit zu stehen um den hauseigenen Shuttlebus – gefahren von Chef-Supporter/Fan/Ehefrau Maureen – zu erreichen.

 

Eingetroffen am Pier von Kona hiess es Abschied nehmen von meinen Eltern und Maureen und das sogenannte Body Marking über mich ergehen zu lassen. Nun gut, „über mich ergehen lassen“ ist eine schamlose Übertreibung: Der ganze Prozess ist von A bis Z sehr effizient durchorganisiert und die vielen Volunteers schenken jedem Teilnehmer einige motivierende Worte und ein Lächeln – und schon hat man seine Startnummer wasserfest und gut lesbar auf beiden Armen aufgedruckt.

 

Mittlerweile war es gegen 05:30. Zeit also, mein Fahrrad für seinen Einsatz fertig zu machen, nochmals zu überprüfen, ob die am Vorabend aufgehängten Beutel mit den Rad- bzw. den Laufsachen auch tatsächlich noch immer am für sie vorgesehenen Haken hingen sowie einen letzten Gang auf die Toilette. Und danach hiess es warten und die einmalige Stimmung am Pier zu geniessen und aufzusaugen: die angenehme Temperatur, die Nervosität, das emsige Treiben der Übrigen sich vorbereitenden Athleten, die aufgehende Sonne, das funkelnde Wasser, die immer mehr werdenden Zuschauer entlang des Ufers – einfach alles!

 

Nachdem um 06:25 die Profi-Männer und um 06:30 die Profi-Frauen gestartet waren, durften auch wir (die Amateur-Männer) ins Wasser und an der Startlinie – rund 200m weit im Meer draussen – auf unseren Startschuss warten. Normalerweise kommen mir 10 Warteminuten im Wasser immer sehr, sehr lange vor, aber nicht in diesem Fall: das glasklare Wasser, die Korallen und Fische und die ganze Stimmung waren so grossartig, dass die Zeit bis zum Schuss aus der Kanone wie im Fluge verging.

 

Damit ich dem ärgsten Gewühl nach dem Start aus dem Weg gehen konnte, hatte ich mich nicht ganz rechts bei den schnellsten Schwimmern, sondern in der Mitte platziert, wo es etwas weniger Konkurrenten hatte. Ein Entscheid, der sich als goldrichtig herausstellen sollte: Durch meinen schnellen Wasserstart kam ich gut weg und konnte mich in meinem Bereich sofort an die Spitze setzen. Im Laufe der ersten rund 300m zog ich dann immer weiter nach rechts zu den richtig starken Schwimmern und konnte dort in einer zügigen Gruppe Unterschlupf finden, in welcher ich das Tempo ohne grosse Probleme mitgehen konnte. So problemlos, dass ich mich auf den letzten 1000m an die Spitze der Gruppe setzen und diese zurück zum Pier führen konnte. Dort angekommen, erhielt ich beim Blick auf meine Uhr die Bestätigung für das gute Gefühl zuvor: Genau 52 Minuten! Yeah, der Tag hatte sehr gut begonnen!

 

Nach dem Ausstieg hiess es so gut es geht das Salzwasser abzuduschen, Beutel mit den Velosachen schnappen, im Wechselzelt umziehen und dann ab zum Rad und raus auf die Palani Road und damit auf die Radstrecke.

 

Meine Taktik für die folgenden 180 Kilometer war recht einfach: Geduldig bleiben, konsequent meine Pace fahren, mich von den vielen Schnellstartern nicht aus der Ruhe bringen lassen und vor allem auch durchgehend gut zu kühlen und zu verpflegen. Das führte dazu, dass ich auf den ersten rund 80 Kilometern praktisch nur überholt wurde. Dass ich mich davon nicht beeindrucken liess, durchwegs gut kühlte/verpflegte und auch im starken Gegenwind nach dem Scenic Point sowie im Seiten- und wiederum Gegenwind nach Hawi hoch (dort liegt der Wendepunkt) eine durchwegs gleichmässige Pace anschlug, begann sich nach etwa 120 Kilometern auszuzahlen: Von dort an begann ich nämlich zunehmend meinerseits Konkurrenten zu überholen, die offenbar etwas zu forsch gestartet waren. Das motivierte und brachte mich umso zügiger zurück nach Kona zum zweiten Wechsel. Der Blick auf die Uhr zeigte eine Gesamtzeit von 6h13min an. Das stimmte mich zuversichtlich, die 11h-Grenze zu unterbieten, sofern ich ohne Einbruch durchkommen würde.

 

Nachdem ich mein Rad am Eingang der Wechselzone einem Volunteer in die Hände gedrückt hatte, konnte ich mich auch „endlich“ mit dem abschliessenden Marathon beschäftigen. Wobei diese „Beschäftigung“ eigentlich eine recht kurze Sache war: Lockeres Jogging ans andere Ende der Wechselzone, Toilettenbesuch, Beutel mit den Laufsachen greifen, diese anziehen und schon fand ich mich erneut auf der Palani Road und somit auf den ersten Metern der Laufstrecke. Und da fühlte ich auch zum ersten Mal an diesem Tag die Hitze – wenig überraschend natürlich, schliesslich waren wir ja in Hawaii! Ich ging den Lauf darum so gemütlich wie nur irgendwie möglich an und konzentrierte mich weiterhin auf Kühlung und Verpflegung, so dass ich mein gemächliches Tempo möglichst bis zum Ende würde durchziehen können. Die ersten 16 Kilometer der Laufstrecke auf dem Ali’i Drive, gesäumt von vielen Zuschauern (darunter natürlich auch Maureen und meine Eltern), verging beinahe wie im Flug. Die erste (und zum Glück auch einzige) Krise des Tages ereilte mich erst nachdem ich den steilen Teil der Palani Road bezwungen und einige Kilometer auf dem endlos langen Queen-K Highway gelaufen war. Glücklicherweise konnte ich mich, auch mit dem Gedanken an die 11h-Grenze, aber recht rasch wieder fangen, das berühmt-berüchtigte Energy Lab ohne grössere Probleme hinter mich bringen und mich definitiv auf dem „Heimweg“ machen. Spätestens in diesem Moment wusste ich, dass ich nach weniger als 11 Stunden im Ziel sein würde, selbst wenn ich die verbleibende Strecke würde marschieren müssen.

 

Mit dem Ziel vor Augen konnte ich Müdigkeit und Schmerzen ausblenden und mich auf den letzten 7 Kilometern zurück nach Kona nochmals etwas steigern. Und dann war es nach ganz exakt 10 Stunden soweit: Ich konnte auf die Zielgerade am Ali’i Drive, wo meine Eltern und Maureen bereits warteten.

 

Das Gefühl und die Emotionen dabei: Grossartig!  Und ebenso der Blick auf die Uhr: 10:02:39 und somit 57 ganze Minuten unter 11 Stunden! 57 mal über CHF 300 zu Gunsten von Greenhope!

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